Aus für Facebook

Es war einfach. Irgendwie fast zu einfach. Aber man sollte sich ja nicht beschweren, wenn einem das Leben einfach gemacht wird. Insbesondere bei Internet-Angelegenheiten. Hier  kommt es ja häufig vor, dass man sich bei Diensten zwar mal eben locker anmelden, aber den Dienst kaum mehr, wenn überhaupt, wieder loswerden kann. Dies ist bei Facebook so nicht der Fall. Das temporäre Deaktivieren ist ganz einfach, das endgültige Löschen  auch relativ einfach. Einen direkten Weg zum Löschen meines Accountw habe ich zwar nicht gefunden, aber die Hilfe hat sehr direkt die gewünschte Funktion zur Verfügung gestellt. Auch das Durchführen der Account-Löschung gestaltet sich sehr einfach.  Nochmal per Paßwort und dämlich zu erkennender Zeichenfolge zur Absicherung bestätigen und schon beginnt die 14-tägige Bedenkzeit, in der man sich die Geschichte nochmal überlegen kann. Danach soll dann der Account endgültig gelöscht werden. Was dann tatsächlich mit den Daten des zukünftig gelöschten Facebook – Account passiert steht natürlich in den Sternen,  aber neue Daten  gibt es von mir nicht mehr. Zumindest werde ich selbst keine Infos mehr in die Daten-,  Zeit- und Belanglosigkeits-Krake mehr einliefern.

Stellt sich natürlich die große Frage: Warum?

Man könnte auf die Idee kommen, dass ich die Nase voll habe von der Datensammelwut von Facebook. Naja, vielleicht ein klein bisschen, allerdings dürfte ich dann auch keinen der vielen Google – Dienste verwenden,  die ich jeden Tag benutze.

Was mich viel mehr nervt und schlussendlich schon vor einiger Zeit dazu geführt hat, dass ich mich von Facebook verabschiedet habe, ist, dass Facebook für mich eigentlich nie wirklich das Ding war, das es sein wollte, ein soziales Netzwerk. Die Verbindung mit Bekannten, Freunden und Verwandten. Ein Kontakt – Netzwerk zum „in Verbindung bleiben“. Eine Kommunikation über Facebook hat quasi mit mir und für mich nie stattgefunden. Wäre eigentlich ja nicht so schlimm, wenn statt dessen nicht jeder/jede zweite ein Selbstdarstellungs- und „Ich teile jedem jeden Schwachfug mit“  –  Drang hätte,  so dass die paar wirklich interessanten Nachrichten hoffnungslos untergehen. Was ich vor allem vermißt habe, sind Mitteilungen, bei denen man sich mal Gedanken gemacht hat, was für die angesprochenen Empfänger wirklich interessant sein könnte. Statusmeldungen wie: „Ich bin putze mir gerade die Zähne“ oder „Ich esse jetzt eine Wurstsemmel“  sind so interessant wie eingeschlafene Füße. Ebenso nerven die zu aberwitziger Zahl geteilter Fotos und Bilder von tollen Weisheiten , süßen Tieren und ach so wichtigen Meldungen über Viren, Abzocken und bösen Menschen (was sich bei näherer Betrachtung dann in der Regel als Hoax erweist, aber hauptsache mal unbesehen geteilt wird). Natürlich fühlt sich nun niemand angesprochen, denn keiner teilt so viele solche Dinge auf einmal, dass es nerven könnte (obwohl, manche schaffen es sogar tatsächlich auch alleine), aber hat sich jemals jemand Gedanken gemacht, dass es auch andere Menschen, wie man selbst gibt, die ebenso mitteilsam sind??? Häh?  Neee, gibt’s ja nicht. Da sind noch andere, die Dinge teilen? Ja, unglaublich was? Aber mal kurz darüber nachdenken, was es heißt, wenn man mal 5 tolle Bilder teilt und 5 andere Leute kommen auf die gleiche Idee ….. na …. schon kurz überschlagen? Jepp, sage und schreibe 30 tolle geteilte Bilder schlagen beim anderen ein. Danke, ganz lieben Dank.

Das ist der Hintergrund warum ich Facebook schon einige Zeit nicht mehr nutze. Ich weiß übrigens, dass ich diverse Einstellungen tätigen kann, um nicht von jedem alles zu bekommen, allerdings unterscheidet diese Funktion nicht zwischen interessant und uninteressant, sondern es gibt alles oder nichts. Und wenn ich nichts mehr bekomme an Infos, kann ich es auch ganz lassen. Funktioniert im übrigens ziemlich gut und man kann sehr gut ohne Facebook leben. Und genau deshalb habe ich heute meinen Facebook – Account zur Löschung eingestellt.

Wer mir gerne etwas mitteilen möchte, der darf dies gerne auf den sonstigen Kommunikationskanälen wie eMail, SMS oder Telefon machen. Klar, gerne auch im direkten Gespräch.

Liebe Grüße an alle, die sich für mich interessieren und ganz gezielt meinen Blog lesen,

Theia