Wenn der Mörder mit dem Wucherstein…

… dem Opfer auf den Fahrkopf schlägt…

… dann hat man beinahe die Hälfte der kritischen Untiefen des Hochrheins hinter sich gebracht  Tired

Was sich anhört, wie der Beginn eines Krimis, ist in Tatsache nur ein hilfreicher Merksatz zu den gefährlichen Stellen, die man mit seinem Boot beim Befahren des Rheinabschnitts zwischen Stein am Rhein und Schaffhausen sicher umfahren sollte. Zumindest dann, wenn man sich nicht von seiner Antriebsschraube oder noch schlimmeren verabschieden mag.

Aber warum braucht man diesen Merksatz? Der Rheinabschnitt von Stein am Rhein aus in Richtung Schaffhausen ist landschaftlich super schön und es macht Spaß diese Strecke zu befahren. Allerdings darf man das nicht, wenn man nicht ein spezielles Patent durch Ausbildung und Prüfung erworben hat. Das sogenannte Hochrhein-Patent. Erst mit diesem darf man mit seinem Sportboot weiter als Stein am Rhein in Richtung Schaffhausen fahren. Man frägt sich allerdings unbedarfterweise schon, weshalb es einer speziellen Ausbildung und Prüfung für grad mal rund 19 Kilometer Fahrstrecke bedarf. Die Antwort ist erschreckend einfach:

Weil man ohne Informationen zu diesem Flußabschnitt, sein Boot mit Glück schon runde 200 Meter nach Stein am Rhein auf eine Kiesbank setzt. Sollte man dort drüber kommen, könnten „Mörder“, Wucherstein“ Fahrkopf“ und die weiteren fiesen Felsen unter Wasser, das sichere Vorankommen ebenfalls schlagartig beenden. Gemein an der Geschichte ist, dass die Fahrwasserkennzeichnung nur bedingt hilfreich ist. Mal sollte man möglichst dicht an den Markierungen vorbeifahren, mal kann aber genau dies zum Verderben führen. Und den ein oder anderen Schlenker muß man einfach so wissen, dann nicht jede Untiefe ist auch markiert Daze Um also ein Boot sicher von Stein am Rhein nach Schaffhausen und zurück zu bringen braucht es diese Hochrhein-Ausbildung tatsächlich.

Und eben diese Ausbildung und Prüfung habe ich letzten Mittwoch/Donnerstag hinter mich gebracht und meine Prüfung auch sicher bestanden. Schon bei der Ausbildungsfahrt am Mittwoch hat sich die Natur wunderschön gezeigt, am Prüfungstag hatte ich dafür zwar eher wenig Aufmerksamkeit, aber der Eisvogel am Ufer auf dem Weg zurück nach Stein am Rhein nach der Prüfung hat gezeigt, dass es sich lohnen wird, hier mal ganz gemütlich entlang zu schippern.

Ich freue mich schon sehr darauf, mal mit einem Boot den ganzen Hochrhein-Abschnitt zu erkunden. Der Merksatz zu den Untiefen wird mir dabei helfen, heil runter und auch wieder rauf zu kommen.

Und zum Abschluss für heute, die ganze Geschichte mit den Untiefen. Ein klein wenig weiter ausformuliert als nötig, aber netter anzuhören:

Wenn der „Mörder“ mit dem „Wucherstein“ dem Opfer auf den „Fahrkopf“ schlägt und anschließen auf der rasanten Flucht „Wellenstein“ erzeugt, wird im ihm heiß und er schwitz salzigen Schweiß („Salzfresser„). Drum braucht er was frisches, saftiges und wird ein „Apfelfresser„.

Viele Grüßles
Theia

Impressionen zur BSP-Prüfung

Hier noch ein paar Impressionen zur Prüfung vom Freitag.

  • Prüfungsbeginn, die Formularismen Prüfungsbeginn, die Formularismen Es wird ernst. Der Prüfer (rechts) schaut die Unterlagen an und die Prüfung geht dann direkt los.
  • Erst mal ausparken Erst mal ausparken Ich beginne mit dem Fahren, mein Prüfungskollege (immer zwei auf einmal auf dem Boot) macht Knoten und Navigationsteil zuerst.
  • Auf zum "Mann.." ähm "Person über Bord" Manöver Auf zum "Mann.." ähm "Person über Bord" Manöver Der Prüfer hält die Person ... also die Boje, die die über Bord gegangene Person symbolisiert ... und wirft sie gleich nach Backbord in den See.
  • Ablaufen mit dem Wind Ablaufen mit dem Wind Person (also Boje) im Wasser. NAch Auskuppeln und Heck wegdrehen laufen wir mit dem Wind von der Person ab um gleich umzudrehen und das Boot gegen den Wind an die zu bergende Person dran zu bringen.
  • Nochmal Windrichtung kontrollieren Nochmal Windrichtung kontrollieren Kurzer Blick zu den Windanzeigern auf den Masten der Segelboote im Hafen um die Windrichtung nochmal zu kontrollieren. Paßt, jetzt noch ganz langasm an die Boje ranfahren und mit der Hand einsammeln.
  • Zurück zum Hafen zum Anlegen Zurück zum Hafen zum Anlegen Die Boje ist wieder an Bord, jetzt geht es zurück zum Hafen. Das Anlegen mit Steuerbord und Backbord ist ebenfalls Prüfungsmanöver.
  • Anlegen Steuerbord Anlegen Steuerbord Steuerbord (also rechts) anlegen. Das Boot ist kurz vor der Hafenmauer, noch nach Backbord einlenken, dass das Heck zur Leiter dreht und das Boot sanft aufstoppen.
  • Ablegen um das Backbord anlegen zu zeigen Ablegen um das Backbord anlegen zu zeigen Anlegen hat gepaßt. "Das beste Manöver bislang vom Tag" meint der Prüfer. Was kann jetzt noch passieren? Nur beim Rückwärts wegziehen beim Ablegen kommt noch der Hinweis auch nach hinten zu schauen, es könnte ja was im Weg sein. Der Hafen war leer und weder kam ein Schnellboot angesaust, noch tauchte ein U-Boot auf, aber er hat ja recht. Man weiß nie was los ist und grad im Saison-Betrieb ist ganz schön was los am See.
  • Navigation und Knoten Navigation und Knoten 3 Monate Grundausbildung und 9 Monate Praxis bei der Bundesmarine sind mir im Kopf geblieben. Die Navigationsaufgabe war ein Kinderspiel für mich und auch meine Knoten kann ich blind.
  • Entspannung pur Entspannung pur Hier war die Prüfung für mich schon gelaufen. Habe mit Bravur bestanden :-) . Noch die Anlegemanöver meines Prüfungskollegen abwarten. Wobei der Prüfer sich das Backbord anlegen mit den Worten: "Fahr direkt in die Box, ihr langweilt mich" sparte. Bislang wurde die Prüfung bei keinem Prüflingsduo vorzeitig beendet. Beide haben wir das Bootfahren und unser Wissen rund um Navigation und Knoten bestens gezeigt.
     

Liebe Grüße
Theia

„Ihr langweilt mich!“

Happy

Hihi, wenn ein Prüfer den Satz zu einem sagt, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder war man unsagbar schlecht und der Prüfer hat keine Laune mehr, sich das Drama weiter anzuschauen, oder man war so gut, dass dem Prüfer nix einfällt zu verbessern. Aber wie rum war´s nun?

Fangen wir am Anfang an:

Heute ist war der Tag der Prüfung für´s Bodenseeschifferpatent Kategorie Motorboot. 20 Prüflinge sollten heute zeigen was sie die letzten Tage in der Segelschule gelernt hatten. (ja, ich weiss. Wir sind aber trotzdem in einer Segelschule gewesen, auch wenn wir Motorboot fahren wollen.) Das Wetter war bestens. Super Sonne und nur ganz wenig, aber immerhin ein klein wenig Wind. Beste Voraussetzungen für die Prüfung.

10 Uhr war anvisiert, etwas nach halb elf trudelte der Prüfer ein. Hat wohl das Wetter ein wenig zu sehr auf der Fahrt nach Ludwigshafen genossen. Wink Dann ging es aber zügig los und ein Prüflingduo nach dem anderen durfte zeigen was es kann. Vom Ablauf her eigentlich immer das selbe: Boot in Beschlag nehmen, ausparken, Richtung See losfahren. Die vom Prüfer über Bord geworfene Boje wieder einsammeln, einmal mit rechts und einmal links einparken, kurzer Fahrerwechsel, die Manöver nochmal und dann wieder am Ausgangspunkt einparken. Nur der ein oder andere musste mal eine kleine Extra-Einlage machen, aber ansonsten ziemlich zackig hintereinander weg.

Und endlich war auch ich dran. Erst mal auf´s Boot runterklettern, der See hat noch ziemlich wenig Wasser, das sieht ziemlich tief runter aus von der Hafenmauer bis zum Boot. Dann vorsichtig aufs Boot, nicht, dass man da schon aussenbords geht. Bis dahin alles locker. Dann kurz beim Prüfer vorstellen und los geht´s. „Einer an´s Ruder und ausparken“. Mein Prüflingskollege drückt sich, also darf ich anfangen. Ist aber nicht schlimm, ich platze beinahe vor Selbstbewusstsein und übernehme direkt das Boot. Rückwärtsgang einlegen und raus aus der Parkbox. „Richtung See rausfahren, da machen wir das Rettungsmanöver“. Ok, alles klar, wir wissen ja schon wie es geht. Also Fahrt aufnehmen (nicht zuviel, wir sind ja noch im Hafen) und Richtung See losfahren. Der Prüflingskollege darf schon mal mit den Knoten anfangen. Auf dem Weg um die Hafenmauer rum nochmal kurz nach den Wimpeln der Segelboote schielen, dass ich weiss woher der Windkommt, und schon macht es an Backbord Platsch und die arme Boje ist zum x-ten Mal heute über Bord gegangen. (Langsam sollte man meinen, dass die Boje weiss, dass das Wasser nass und kalt ist und an Bord bleibt, aber nein, auch ich muss das Ding wieder einsammeln  Delicious ). Also artig wie gelernt, Gang raus, Ruder hart Backbord und das Sprüchlein aufsagen: „Person über Bord, Rettungsmittel bereit…..“, „Rettungsmittel liege bereit und wir schauen auch“ durchkreuzt mich der Prüfer schmunzelnd und dreht sich wieder dem anderen Prüfling zu, der gerade seine Navigationsprüfung macht. Hihi, ok, dann also nur gemütlich einsammeln das Ding, möglichst Nase … ähm. Bug gegen den Wind. Klappt auch wunderbar, wie im Bilderbuch. Nun geht´s an die Anlegemanöver, einmal Steuer- einmal Backbord. Wie gemalt treibt das Böötchen die letzten paar Zentimeter, vom Wind getrieben, ans die Leiter. Perfektes Manöver, schöner geht´s nicht mehr. „Bitte genauso schön mit Backbord“ kommt vom Prüfer. Beim Ablegen und rückwärts von der Mauer wegziehen kommt die einzige kleine Verbesserung „auch mal nach hinten schauen ob da was ist, sonst könnt´s teuer werden“. „Guter Mann, wir sind alleine im Hafen, da ist nix im Weg“ denke ich mir, strahle ihn aber lieb an und sage „stimmt, wollen wir doch nicht“. Mit einem Blick nach hinten drehe ich das Boot von der Mauer weg, drehe eine Runde im Hafen und stoppe das Schiffli perfekt neben der Leiter. Backbordseite anlegen gemeistert. Damit habe ich die Prüfung fast hinter mir. Während mein Prüflingskollege die gleichen Manöver beginnt darf ich Knoten machen und mich in der Navigation beweisen. „Bitte einen Palstek um den Bootshaken“ kommt als erstes. Auf mein „aber gerne“ folgt ein Schmunzeln mit der Bemerkung „das wäre jetzt das erste Mal heute, dass jemand das gesagt hätte“. Hihi. Ich weiss eben was ich kann, und an diesem Punkt kann mir quasi nix mehr passieren. Flugs zaubere ich die gewünschten Knoten ins Seil, erkläre dem Prüfer wie die Kompass-Peilung den Weg in die Karte findet, zeichne dort eine Linie und habe meine Prüfung für Bodenseeschifferpatent und Navigation….

…BESTANDEN  Approve

Daumen hoch zu Monika, die auf der Hafenmauer steht und zuschaut, dass auch sie weiss, dass ich durch bin. Doch der witzigste Moment kommt noch:

Nachdem mein Prüflingskollege das Boot ebenfalls traumwandlerisch sicher und perfekt mit der Steuerbord-Seite an die Leiter der Hafenmauer geparkt hat, kommt gut gelaunt vom Prüfer:

„Bitte direkt in die Box, ihr langweilt mich!“.

Ich hätte mich fast weggeworfen vor grinsen. Der Prüfer beendet die Prüfungsfahrt vorzeitig, weil wir beide zu gut sind. Hihi. Genial, das war ein Seelenstreichler wie er im Buche steht. Super, Der Abschluss einer prima Prüfung.  Delighted

Der See kann kommen :-)

Grüssles und Danke an alle für´s Daumen drücken
Theia

 

Tuk Tuk

Don't Know

Was ist denn das für eine  Überschrift? Tuk Tuk?

Hihi,  also,  „Tuk Tuk“ ist der Name des Schiffchens mit dem ich gerade meine praktische Motorboot – Ausbildung mache. Drei Doppelstunden hab ich hinter mir, das Boot ist nicht einmal untergegangen dabei, und diese Woche kommt dann die Prüfung. Zumindest haben meine Fahrlehrer das Gefühl, dass man mich auf die Prüfer loslassen könnte ohne dass einer über Bord geht bei der Geschichte :-).

Tuk Tuk

Ich auf dem Ausbildungsboot der Segelschule Ludwigshafen.

Also mal im Ernst. Sooo wild, wie man sich die Geschichte vorstellt ist das gar nicht. Anders als beim Autofahren kommt man mit ein paar Fahrstunden relativ locker hin und dem zukünftigen Bootsurlaub auf dem Bodensee steht nichts mehr im Wege. Wer sich anständig vorbereitet kann sehr viel selbst lernen und braucht denn eben eine kleine Einweisung in die für die Prüfung benötigten Manöver und etwas Übung. Wobei mir die Bootsfahrerei auch wirklich locker von der Hand geht. Mehrfach mußte ich erklären, dass ich nicht die unterstellte Fahrpraxis habe und dass wir bislang nur ab und zu mal führerscheinfreie Boote gemietet haben. Aber genau das soll sich ja zukünftig ändern. Dann kommen wir auch mal wohin mit dem Boot und tuckern nicht nur in Hafennähe auf dem See rum. Ein kleines Schiffchen haben wir uns für später im Jahr schon mal reserviert. Aber bis dahin heißt  es jetzt eben diese Woche die Prüfung zu bestehen (sollte ich hinbekommen) und übers Jahr dann etwas Fahrpraxis sammeln.

Viele liebe Grüße und immer eine Hand breit Wasser unterm Kiel

Theia